4. Schützenfest 2019 des 1476 Städtischen Aufgebots in Hinterweidenthal

Siegel des Sendschreibens

Ausgestattet mit einem Sendschreiben* des ehrbaren Rates der Stadt Hamburg und seiner Bürger reiste ein neunköpfiges Aufgebot für die Stadt in Hinterweidenthal an. Das Hamburger Aufgebot bestand aus den im Königreich Dänemark lebenden Portugiesen Ana, Jorge und ihrer Tochter Cecilia; Katrin und Ludwig aus dem Herzogtum Baiern; Nora aus dem Herzogtum Stormarn und Chris, Andi und dem Burgunder Bastien aus der dänisch verwalteten Grafschaft Holstein. Unglücklicherweise mussten die Hamburger Bürger Christine und Andreas aufgrund unaufschiebbarer geschäftlicher Verpflichtungen kurzfristig absagen. Nach langer und teils beschwerlicher Anreise traf das Aufgebot am Mittwoch abend in Hinterweidenthal ein.

SendschreibenAm Donnerstag errichteten wir unser Lager vollständig. Abends folgte die Begrüßung durch den Hinterweidenthaler Bürgermeister Würkner, die Ausrufung des Marktfriedens und die Vereidigung der Schützenmeister, Zeiger und Schreiber. Andi wurde zum Schützenmeister des Hamburger Aufgebotes benannt und übergab das Sendschreiben des ehrbaren Rates dem Hinterweidentahler Bürgermeister. Ebenso wurde Bürgermeister Würkner das mitgebrachte Pfeil-Reliquar mit der Reliquie des Hl. Sebastian für die Dauer des Schützenfestes übergeben.

Die von weither angereisten Aufgebote aus Zürich und die Nürnberger aus Moskau erhielten Hamburger Schießpulver und Zündkraut für die Wettbewerbe.

Bei sehr großer Hitze wurden am Freitag die Wettbewerbe in freundschaftlicher und fairer Weise abgehalten. Alleine etwa 50 Büchsenschützen rangen um die Trophäen, darunter unsere Ana, Chris, Nora, Andi, Bastien und Ludwig. Während der Mittagszeit wurde der Bogenwettbewerb ausgetragen, bei dem Jorge und Bastien das Aufgebot würdig vertraten. Zwischendurch mussten viele Teilnehmer immer wieder an den nahegelegenen Bach, um sich von der Hitze abzukühlen.

Auch dieses Jahr erwies es sich für die Schützen als günstig, mit Schießpulver aus der Hamburger Pulvermühle anzutreten. Das Nürnberger Aufgebot aus Moskau gewann den diesjährigen Wettbewerb, nachdem beim letzten Schützenfest der mit Hamburger Pulver ausgerüstete Schützengarten Zürich gewonnen hatte. Es scheint, dass die Pulvermacher der städtischen Pulvermühle eine sehr gute Arbeit verrichten.

Für den Samstag waren Spiele und sportliche Wettbewerbe geplant. Jedoch zwang die große Hitze viele Teilnehmer zum abkühlenden Bade in den Bach, und auch die Schänke wurde an den Steg verlegt. Als sich schließlich abzeichnete, dass kaum jemand an den Wettkämpfen auf dem Festplatz teilnehmen würde, wurden die Spiele kurzerhand in den Bach verlegt, so wurden Steinstoßen und Wettlauf im Wasser abgehalten. Abgeschlossen wurde der Nachmittag von einem gemeinsamen Tanz im Bach. Hier möchten wir ausdrücklich die Anständigkeit nahezu aller Badenden, Wettkämpfer, Tänzer und Zecher loben, die züchtig Haube oder Hut trugen und damit keinen Anlass zu Schimpf und Schande boten. Bemerkenswert ist, dass unsere Nora nicht nur den Wettlauf der Frauen gewann, sondern auch das Steinstoßen, wobei sie den Stein auf eine Weite warf, die von den meisten Männern nicht erreicht wurde! Nach den anstrengenden Wettbewerben konnte man Lose für den Glückshafen erwerben und der Abend klang mit einem großen Bankett aus. Dabei gab es ein Spanferkel, das von einigen tapferen Mitgliedern vom Städtischen Aufgebot Anno 1476 seit den frühen Morgenstunden über dem lodernden Feuer gebraten wurde und Semmelknödel, die unter der Leitung von Katrin in unserem Lager geknetet und gerollt wurden.

Gruppenbild

Sonntagvormittag wurden die Lose des Glückshafens unter viel Applaus und Freude eingelöst. Nach der Messe wurde der Marktfrieden aufgehoben, die Teilnehmer verabschiedet und alle versammelten sich noch einmal für ein Gruppenbild. Die Rückreise nach Hamburg traten wir am Montag an, wo wir am frühen Abend gut und ermüdet eintrafen.

Was bleibt sind unvergessliche Eindrücke von einer heißen aber wunderschönen Veranstaltung, von der insbesondere die Erinnerungen an den Badebach einmalig bleiben.

Vielen Dank an die 1476er, die Orga und alle Teilnehmer!

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Fotos: Alex Würkner, © Andreas Petiitjean, © Susan Sümer
* Herzlichen Dank an Jorge für das Schriftstück und Siegel